Facebook Werbeanzeigenmanager VS Google Adwords

Online Werbung, aber wie? Dieser Frage gehen wir (und das nicht erst seit gestern) auf den Grund. In folgendem kleinen Text möchten wir einen Vergleich zwischen einer Einsteiger-Adwords-Kampagne und einer in etwa gleichwertigen Social-Media-Kampagne auf Facebook darstellen…

…und einleitend für alle Kritiker: „Ja, der Vergleich hinkt ein wenig!“ Dennoch hoffen wir mit diesem Text eine Einleitung/Anleitung und eine Möglichkeit zur Reflexion zu geben. Die offensichtlichen Unterschiede beziehen sich vor allem auf die Zielgruppen und das Medium selbst. Während bei Google alle Internetuser, und vor allem solche die auf der Suche nach Informationen mittels der Suchmaschine sind, angesprochen werden, wird bei Facebook sozusagen progressiv eine Anzeige in den Stream, oder in die rechte Spalte solcher BenutzerInnen gespeist, die bereits direkt oder über „Like“- und „Freundschafts“-Knoten mit der werbenden Partei verbunden sind.

Zu gut Deutsch: Bei Google schießt man undifferenziert in die Menge, bei Facebook baut man sich vorab seine Community zusammen und bewegt sich immer ausschließlich im Rahmen der Facebook-User. Hier können auch schon Effizienzüberlegungen angestellt werden: „Biete ich ein Service B2B, also für Gewerbetreibende Geschäftspartner an, oder handelt es sich um Services oder Produkte für den Endverbraucher (B2C)“. Im ersten Fall gilt es sicher Abstriche bei Facebook in Kauf zu nehmen, da dieses Netzwerk doch hauptsächlich privat, von Privatusern genutzt wird. Natürlich ist jeder Gewerbetreibende am Ende auch eine Privatperson und kann über dieses Medium erreicht werden, aber seinen wir uns ehrlich… Wenn ich Facebook privat nutze, möchte ich vielleicht meine „Freunde“ stalken oder Spass haben, eher gerade nicht geschäftliche Überlegungen anstellen.

Eine andere Frage die man sich natürlich stelle muss: „Möchte ich mich oder meine Marke berühmt und populär machen, oder möchte ich einfach etwas verkaufen?“

Google

Jedenfalls genehmigen wir uns einmal zum Test etwa 12 EUR Kapital und starten zwei sogenannte „Kampagnen“, im weitesten Sinne eigentlich Werbeanzeigen. So sieht das dann bei www.google.at aus:

Adwords_Anzeige

Jedenfalls haben wir Keywords definiert (hier geschwärzt), wie zum Beispiel „Homepage erstellen“ oder „Internetauftritt vom Profi“ und parallel dazu eine Anzeige, die erscheinen soll, wenn ein User diese Keywords eingibt: „Profi-Homepage ab 40 EUR – www.roofpage.at – Ein perfekter Webauftritt der wirkt – Sorgenfrei-Paket für Unternehmer.

Wir haben uns dafür entschieden, dass wir täglich maximal 4,00 EUR dafür ausgeben wollen, um diese Anzeige dann auch anzeigen zu lassen. Mehr ist es uns einfach nicht wert… ist ja auch nur ein Test. Sechs Tage später erhalten wir folgendes Resultat:

DauerKostenKlicks Ansichten
6 Tage12,91 EUR8 804

Unsere kleine Anzeige wurde als 800 Mal in der rechten Spalte angezeigt, und tatsächlich hat fast ein Prozent der Suchenden darauf zugegriffen und folgte dem Link auf die beworbene Homepage. (Angerufen hat leider niemand, aber das ist eine andere Geschichte an der wir arbeiten müssen.)

Hier stellen wir noch kurz eine Vergleichsanzeige noch dar, damit Sie sich ein Bild machen können. Nachdem momentan unser tägliches Werbebudget von eben nur 4 EUR ausgelaufen ist, werden wir selbst auch nicht mehr angezeigt (auf weitere Profieinstellungen möchten wir an dieser Stelle nicht eingehen, vielleicht bei Interesse und gutem Feedback in einem der folgenden Beiträge). Ein anderer Adwords-Werbetreibender muss also kurzfristig herhalten, daher auch geschwärzte Links und Namen.

Beispiel_Anzeige

Als vorläufiges Fazit halten wir also fest: für das knappe Budget von 4,00 EUR täglich, erhalten wir in etwa einen Klick pro Tag, also einen neuen Besucher auf unserer Website.

Facebook

Bei Facebook sieht das etwas anders aus. Wir betreiben dort eine Firmenseite https://www.facebook.com/Softwaregutachten und haben uns bisher ungefähr 500 „gefällt mir“-Angaben mühevoll (aber kostenneutral) erarbeitet. Das bedeutet, dass wir regelmäßig etwas über uns veröffentlicht haben, kleine Beiträge schrieben, Fotos und Grafiken hochluden. Das lockt Besucher an, dem einen oder anderen gefällt das und er oder sie möchte gerne mehr über uns erfahren. Also klicken Facebook-User auf „gefällt mir“ und erhalten fortan auf ihrer Startseite im sog. „Stream“ unsere Beiträge angezeigt. Ein durchschnittlicher Beitrag erreicht in etwa 200 dieser User. Ein guter in etwa 350. Bis hierhin sind wir noch immer kostenneutral, allerdings muss ich hier erwähnen, dass es anfangs aufwendig ist so einen Beitrag zu schreiben. Es dauerte etwas sich einzuarbeiten und ein Gefühl dafür zu entwickeln, was Benutzer und nennen wir sie „Abonnenten“ auf Facebook interessiert. Daher gibt es auch Profile die sich wieder abmelden, also auf „gefällt mir nicht mehr“ klicken, wenn man schlechte, oder sogar zu viele Beiträge veröffentlicht (Spamm). Aber genug von diesem kleinen Exkurs! Es geht ja nun um Werbung. So sieht also so eine Anzeige aus.

Facebook-Beitrag

Nun wollen wir als eine der Möglichkeiten auf Facebook Werbung zu machen einen dieser Beiträge „sponsern“. Das bedeutet, wir bezahlen einen frei gewählten Betrag (ab fünf EUR) an Facebook, dafür wird unser Beitrag auch Usern angezeigt, die nicht zu den 500 Abonnenten der Firmenseite gehören. Diese Zielgruppe lässt sich darüber hinaus eingrenzen (etwa nach Region, Alter, Geschlecht, Interessen, Technologie, etc.). Auf den dafür notwendigen „Werbeanzeigenmanager“ möchten wir an dieser Stelle noch nicht eingehen.

Eine abgeschlossene fünf-Euro Anzeige und die dazugehörigen erzielten Werte zeigt folgender Screenshot.

Facebook-Werbung

Wir haben also für 5,00 EUR zusätzlich zu unseren durchschnittlich 300 Usern weitere 1.623 „Personen“ erreicht, davon haben 54 mit der Anzeige interagiert. Sprich, sie sind dem Link gefolgt, haben das Bild angeklickt, geliked oder kommentiert. Für 12 EUR prophezeit Facebook eine Reichweite von etwa 5.000 bis 12.000 User. Wir fassen also auf Basis einer Approximation und Erfahrungswerten vorsichtig zusammen:

DauerKostenKlicksAnsichten
Unbestimmt12,00 EUR280 8.500

Zusammenfassend

Wenn Sie uns nun fragen würden welche Internet-Werbemaßnahme für Sie sinnvoll wäre, würden wir wie folgt antworten: „Wen und Was möchten Sie erreichen und haben Sie Zeit oder Geld übrig?“

Es stellt sich über die Werbemöglichkeiten natürlich immer die Frage, ob ich nun an Bekanntheit gewinnen möchte, etwa um meine Marke populär zu machen, oder ob es mir tatsächlich rein um Verkaufsanbahnung („Leads“) geht, also ob ich vor allem Klicks erreichen möchte.

Hier erneut die Ergebnisse im Vergleich:

 DauerKostenKlicksAnsichten
Facebook Unbestimmt12,00 EUR2808.500
Google 6 Tage12,91 EUR8804

Die Zahlen scheinen eine eindeutige Sprache zu sprechen, allerdings bleibt hier ein wesentlicher Faktor außer Acht gelassen: Die Zeit! Zum Aufbau einer Facebook-Präsenz benötigen Sie Zeit, Geduld und wie vorhin erwähnt, eine gewisse Empathie Ihren BenuterzInnen gegenüber. Mit diesen Eigenschaften entwickelt sich die Plattform zu einem sehr guten Tool, vor allem im B2C Bereich.

Auf diesen weiteren Thesen und dem hier vorgestellten kleinen Vergleich basierend nun eine recht einfache Entscheidungsmatrix:

ZielgruppeZeitGeldZielPlattform
B2BNeinNeinBekanntheitFacebook
B2CNeinNeinBekanntheitFacebook
B2BNeinNeinLeadsFacebook
B2CNeinNeinLeadsFacebook
B2BNeinJaBekanntheitGoogle
B2CNeinJaBekanntheitFacebook
B2BNeinJaLeadsGoogle
B2CNeinJaLeadsBeides
B2BJaJaBekanntheitGoogle
B2CJaJaBekanntheitFacebook
B2BJaJaLeadsBeides
B2CJaJaLeadsBeides

Zur Erklärung

Wenn Sie keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen möchten und keine Zeit haben, bleibt Ihnen die Möglichkeit auf Facebook Ihr Glück zu versuchen, Glückstreffer (interessante Posts) werden Ihnen einige Klicks auf Ihre Firmenseite liefern. Mit sehr viel Budget wird es möglich Google zu füttern, um vor allem im B2B Bereich Bekanntheit und Leads aufzubauen. Im B2C Bereich (etwa mit einem spannenden Lifestyle-Produkt) empfiehlt es sich auf Facebook zu setzen. Mit sehr viel Budget lohnt natürlich das Engagieren einer Agentur. Sollten Sie darüber hinaus auch noch etwas Zeit erübrigen können, so betreiben Sie doch vor allem Facebook-Werbung selbst, bzw. lassen Sie diese Maßnahme durch einen Ihrer (guten) MitarbeiterInnen durchführen! Die resultierende Authentizität ist unbezahlbar, für Kampagnen und Experteneinstellungen können Sie ja eine Agentur – natürlich auch uns – hinzuziehen!

…zurück zu www.softwaregutachten.at